Friesenberghaus im Zillertal
Friesenberghaus: Alpine Stille und ein Hauch von Geschichte
Wenn du die Ruhe suchst und dem Trubel der Olpererhütte ein wenig entfliehen willst, dann ist das Friesenberghaus auf 2.498 Metern dein Rückzugsort. Es liegt in einer kargen, fast mondähnlichen Hochgebirgslandschaft, direkt an einem kleinen, kristallklaren Bergsee. Das Friesenberghaus ist mehr als nur eine Hütte; es ist ein Symbol für Offenheit und Menschlichkeit, mit einer bewegten Geschichte, die es zu einem ganz besonderen Stützpunkt in den Zillertalern macht.
Dein Weg zum Haus am See: Der Zustieg
Es gibt zwei Hauptwege, um zum Friesenberghaus zu gelangen. Die klassische Variante startet am Schlegeis-Stausee. Du folgst dem Weg zunächst in Richtung Olpererhütte, zweigst dann aber nach rechts ab. Der Pfad führt dich durch das weite Friesenbergkar. Es ist ein stetiger Aufstieg über Blockgelände und durch alpine Matten. Nach etwa 2 bis 2,5 Stunden erreichst du die Hütte. Die zweite, landschaftlich überragende Option ist der Berliner Höhenweg von der Olpererhütte aus. Dieser „Höhenweg im Höhenweg“ führt dich fast ohne Steigung, aber mit spektakulären Tiefblicken auf den See in etwa 1,5 Stunden zum Friesenberghaus. Hier spürst du die Weite der Berge besonders intensiv.
Zwischen Gletschern und Gipfelkreuzen
Vom Friesenberghaus aus hast du fantastische Möglichkeiten. Ein beliebtes Ziel ist der Hohe Riffler (3.231 m). Der Aufstieg ist für erfahrene Bergwanderer bei guten Bedingungen ohne Gletscherschluss machbar und bietet dir eine Aussicht, die vom Wilden Kaiser bis zu den Dolomiten reicht. Auch die Petersköpfl (2.679 m) sind ein Muss: Ein riesiges Plateau voller „Steinmandln“, die eine fast mystische Atmosphäre schaffen. Für Hochtourengeher ist das Friesenberghaus zudem ein Ausgangspunkt für Übergänge in das Tuxer Gebiet oder anspruchsvollere Touren rund um den Olperer-Stock.
Eine Hütte mit Charakter und Tiefgang
Die Geschichte des Friesenberghauses ist einzigartig: Es wurde in den 1920er Jahren von der Sektion „Donauland“ erbaut, nachdem jüdische Mitglieder aus dem Alpenverein ausgeschlossen worden waren. Heute ist es eine „Internationale Begegnungsstätte“. Kulinarisch wirst du hier mit echter Tiroler Hausmannskost verwöhnt. Die Hüttenwirte legen Wert auf Bodenständigkeit – ein Teller dampfende Schlutzkrapfen oder ein frischer Apfelstrudel schmecken am Ufer des Friesenbergsees gleich doppelt so gut. Die Hütte selbst ist gemütlich und behaglich, ein Ort, an dem man abends gerne bei einer Kerze zusammensitzt und über die Berge philosophiert.
Ausrüstung: Das brauchst du im Kar
Da das Friesenberghaus auf fast 2.500 Metern liegt, ist die Luft dünner und das Wetter unbeständiger. Du brauchst unbedingt stabile, wasserfeste Bergstiefel (Kat. B/C), da du viel auf Geröll und Blocksteinen unterwegs bist. Wanderstöcke sind für den Abstieg ins Tal sehr zu empfehlen, um deine Knie zu schonen. Da die Hütte oft im Windschatten der großen Gipfel liegt, kann es hier schnell kühl werden – eine Daunenweste oder eine gute Softshell gehört in jeden Rucksack. Wenn du das Petersköpfl besuchst, nimm genug Speicherplatz für Fotos mit – die Steinmännchen-Armee ist einzigartig! Das Friesenberghaus ist ein Ort für die Seele, bereite dich auf ein tiefes Naturerlebnis vor.
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