Furtschaglhaus im Zillertal
Furtschaglhaus: Dein Logenplatz am Fuße des Großen Möselers
Wenn du den Weg zum Furtschaglhaus antrittst, begibst du dich auf eine Reise direkt ins eisige Herz der Zillertaler Alpen. Auf 2.295 Metern Höhe gelegen, bietet dir diese Hütte einen der spektakulärsten Ausblicke der gesamten Region. Hier stehst du Auge in Auge mit den gewaltigen Gletschern des Hauptkamms. Das Furtschaglhaus ist nicht nur eine Schutzhütte; es ist für dich ein Ort der Kraft, an dem die monumentale Natur der Hochalpen zum Greifen nah ist.
Dein Weg zum Haus: Der Zustieg vom Schlegeis
Dein Abenteuer beginnt an einem der bekanntesten Orte des Zillertals: dem Schlegeis-Stausee. Von Mayrhofen aus fährst du über die mautpflichtige Alpenstraße hinauf zum Speicher auf ca. 1.800 Metern. Von dort aus startest du deine Wanderung zunächst ganz entspannt. Du läufst auf der westlichen Seite des Sees entlang der Uferstraße. Dieser Teil der Tour ist fast eben und gibt dir die Möglichkeit, dich warmzulaufen und das türkisblaue Wasser zu bewundern. Am Talschluss, dort wo der Furtschaglbach in den See mündet, beginnt dann der Ernst des Lebens. Der Pfad zweigt nach links ab und zieht sich in vielen, gut angelegten Serpentinen den steilen Grashang hinauf. Während du Höhenmeter um Höhenmeter gewinnst, öffnet sich hinter dir das Panorama über den gesamten Stausee. Nach etwa 2 bis 2,5 Stunden Gehzeit erreichst du schließlich das Furtschaglhaus, das wie ein Wächter über dem Tal thront.
Gipfelziele und Tourenmöglichkeiten in der Nachbarschaft
Das Furtschaglhaus ist für dich das ultimative Basislager für Hochtouren. Das prominenteste Ziel ist ohne Zweifel der Große Möseler (3.480 m). Diese Tour ist ein echter Klassiker, erfordert aber volle Gletscherausrüstung, Steigeisenerfahrung und eine gute Kondition. Der Aufstieg über das Furtschaglkees bietet dir alpine Herausforderungen und eine Belohnung, die kaum zu toppen ist: einen Rundblick bis in die Dolomiten und zum Großglockner. Wenn du es etwas weniger eisig magst, ist der Schönbichler Horn (3.263 m) dein Ziel. Dieser Gipfel ist Teil des Berliner Höhenwegs und über einen markierten, teilweise drahtseilversicherten Steig erreichbar. Er ist der Übergang zur Berliner Hütte und bietet dir einen der besten Fotospots der gesamten Zillertaler Runde. Auch für Kletterer bietet der umliegende Granit zahlreiche Möglichkeiten in verschiedenen Schwierigkeitsgraden.
Geschichte und Kulinarik: Tradition auf dem Teller
Die Hütte selbst blickt auf eine lange Tradition zurück. Erbaut wurde sie bereits Ende des 19. Jahrhunderts (1889) vom Alpenverein Berlin. Trotz Modernisierungen hat sich das Haus seinen rustikalen Charme bewahrt. Die Geschichte der Erstbesteigungen in der Region ist hier in jeder Ecke spürbar. Kulinarisch wirst du nach deinem Aufstieg fürstlich belohnt. Die Hüttenwirte legen großen Wert auf regionale Küche. Du solltest unbedingt das herzhafte Bergsteiger-Gröstl probieren oder dich an den hausgemachten Knödelvariationen laben. Ein besonderes Highlight ist das Frühstücksbuffet, das für eine Schutzhütte oft überraschend reichhaltig ist, damit du genug Energie für den bevorstehenden Gipfelsturm hast. Abends in der gemütlichen Stube, wenn der Holzofen knackt, schmeckt das frisch gezapfte Bier oder ein Glas Wein doppelt so gut.
Deine Ausrüstung: Das gehört in den Rucksack
Da der Zustieg zum Furtschaglhaus zwar technisch unschwierig, aber stetig bergauf führt, sind gute Wanderschuhe (Kategorie B) das Minimum. Wenn du jedoch die umliegenden Gipfel wie den Großen Möseler planst, ist eine komplette Hochtourenausrüstung (Gurt, Seil, Steigeisen, Pickel) und die entsprechende Erfahrung zwingend erforderlich. Unterschätze das Wetter nicht: Auf über 2.200 Metern kann es selbst im August schneien. Eine Hardshelljacke, warme Funktionskleidung und Sonnenschutz (die Gletscherreflexion ist extrem!) sind Pflicht. Für die Übernachtung auf der Hütte benötigst du zudem einen Hüttenschlafsack. Das Furtschaglhaus ist ein Ort für echte Alpinisten und solche, die es werden wollen – bereite dich gut vor, und du wirst eine Zeit erleben, die dein Verständnis von Freiheit neu definiert.
Richterhöhe im Zillertal
Das könnte dich auch interessieren