Greizer Hütte im Zillertal
Greizer Hütte: Schutzhütte im Floitengrund auf 2.227 m
Ein breiter Forstweg führt von Ginzling ins Floitental – zunächst
gemächlich, das Tal noch weit und grün. Je weiter man geht, desto
enger wird die Landschaft, der Floitenbach lauter. Irgendwann tauchen
am Talschluss die Schneefelder auf. Und dann, auf einem Felsvorsprung
hoch über dem Grießfeld, erscheint die Greizer Hütte.
Ich kenne kaum eine Hütte im Zillertal, die den Begriff „urig“ so sehr
verdient. Kein Selfie-Balkon, kein Glamping – sondern echte
Schutzhüttenatmosphäre, dunkles Holz, Bergsteigerfotos an den Wänden
und eine Küche, die nach Heimat schmeckt. Wer einmal oben war, versteht,
warum so viele immer wiederkommen.
- ✅ Bergsteiger und Hochtourengeher – Großer Löffler, Schwarzenstein, Gigalitzturm direkt ab Hütte
- ✅ Berliner-Höhenweg-Geher – Etappenpunkt zwischen Kasseler Hütte und Berliner Hütte
- ✅ Familien mit trittsicheren Kindern ab ca. 10 Jahren – Klettergarten direkt an der Hütte
- ✅ Vegetarier und Veganer – seit 2023 fester Teil der Speisekarte
- ❌ Wer ohne Reservierung kommt – im Juli/August regelmäßig ausgebucht
- ❌ Wer WLAN erwartet – kostet 2 €/Tag, kein Free-WiFi
📋 Greizer Hütte – auf einen Blick
Geschichte: Seit 1893 im Floitengrund
Die Geschichte der Greizer Hütte beginnt 1893, als die
DAV-Sektion Greiz eine kleine Schutzhütte von gerade mal 8,4 × 4,2
Metern im Floitengrund errichten ließ – 12 Schlafplätze, zunächst ohne
feste Bewirtschaftung. Das wachsende Interesse am Alpinismus erzwang
schon drei Jahre später einen festen Hüttenwirt. Erweiterungen folgten
1905 und 1927/28.
Die Versorgung war in den ersten Jahrzehnten mühsam: Alles musste zu
Fuß getragen werden, bis ab 1912 Saumtiere den Transport übernahmen.
Seit 2002 läuft eine Materialseilbahn zur Hütte. Umfassende
Modernisierungen in den 1970er Jahren verliehen der Hütte ihr heutiges
Erscheinungsbild. 2005 erhielt sie das Umweltgütesiegel der Alpenvereine,
2010 die Auszeichnung als familienfreundliche Hütte.
Über 30 Jahre prägten Irmi und Herbert Schneeberger
das Haus. 2023 übernahmen Halie Ezratty und Christian Förtsch
als neues Pächterpaar – nach sieben Jahren Erfahrung auf fünf Hütten
quer durch die Ostalpen ihre erste eigene Pacht.
Zustieg: Drei Optionen, ein Tal
Ausgangspunkt für die meisten ist der Parkplatz an der
Tristenbachalm bei Ginzling. Von dort folgst du zunächst
einem breiten Güterweg taleinwärts entlang der Floite. An der Talstation
der Materialseilbahn endet der Fahrweg – ab hier führt ein schmaler
Wandersteig in Serpentinen hinauf zur Hütte. Kurz vor dem Ziel geht es
noch eine steile Stahltreppe hinauf, dann hast du es geschafft. Gehzeit
ab Tristenbachalm: 2 bis 3 Stunden.
Wer direkt ab dem Naturparkhaus Ginzling startet, rechnet mit rund
4 bis 4,5 Stunden – rund 1.000 Höhenmeter gesamt.
Schnellste Option: Taxi Olly bis zur Talstation der
Materialseilbahn – spart im Aufstieg gut zwei Stunden. Mit Bus und Bahn:
Zillertalbahn bis Mayrhofen, Bus bis Ginzling, von dort Wanderbus ins
Floitental.
Der Abschnitt durch die Floite bis zur Materialseilbahn ist breit
und gut begehbar – ideal auch mit E-Bike bis zum neuen Radl-Abstellplatz
an der Talstation. Wer das Bike nimmt, spart sich den flachen Teil
komplett und startet frisch in den steilen Aufstieg. Im Juni führen
die Bäche wegen der Schneeschmelze richtig viel Wasser – spektakulär,
aber aufpassen beim Queren.
Küche: Kaiserschmarrn mit Legendenstatus
Der Kaiserschmarrn der Greizer Hütte hat unter
Stammgästen einen Ruf, der weit ins Tal reicht – viele behaupten, es
sei der beste im ganzen Zillertal. Dazu Tiroler Hausmannskost mit
regionalen Produkten: Brettljause von den umliegenden Almen, täglich
frisch zubereitete Hauptspeisen, Frühstücksbuffet für frühe Gipfelstarter.
80 Liter Milch pro Woche kommen von den hütteneigenen Ziegen – für
Joghurt und Kaspressknödel. Das Brot kommt von einem Bäcker aus dem Tal.
Seit 2023 legen Halie und Christian großen Wert auf vegetarische und
vegane Gerichte – aus Überzeugung, nicht als Pflichtprogramm. Halbpension
ist buchbar, ideal für Mehrtagestourengeher. Bei Unverträglichkeiten
oder Allergien einfach bei der Buchung im Feld „Bemerkungen“ Bescheid
geben.
Unterkunft: 90 Plätze, Ziegen inklusive
34 Zimmerplätze und 48 Matratzenlagerplätze, davon 18 in der ruhigen
Winterhütte. Hüttenschlafsack ist Pflicht, Decken und Kissen sind
vorhanden. Warmwasser gibt es nicht – Waschräume mit Waschbecken sind
vorhanden. Dusche gibt es keine. WLAN kostet 2 €/Tag, kein Handyempfang
auf der Hütte selbst (nur Hüttentelefon für Notfälle).
Rund um die Hütte leben Ziegen, Haflinger und Hühner – für Kinder
ein natürliches Unterhaltungsprogramm. Hunde sind nach Absprache
erlaubt, müssen aber ein eigenes Zimmer belegen. Außerhalb der Saison
steht ein Winterraum offen.
DAV-Mitglieder zahlen deutlich weniger als Nicht-Mitglieder. Reservierung
im Sommer unbedingt im Voraus – Buchung über das Hüttentool des
Alpenvereins, Link auf der Hütten-Website.
Wer ohne Reservierung kommt, riskiert nach langem Aufstieg kein
freies Bett zu finden. Im Juli und August ist die Hütte regelmäßig
ausgebucht. Der Bettencheck auf der Alpenverein-Website zeigt auf
einen Blick, wann noch was frei ist – diesen Schritt nicht vergessen,
bevor man loswandert.
Touren ab der Hütte
Großer Löffler (3.379 m): Königsgipfel über der Hütte,
4 Stunden ab Hütte. Volle Hochtourenausrüstung zwingend – Gurt, Seil,
Steigeisen, Pickel. Spaltenreiches Gelände am Floitenkees, lokale
Bergführer empfohlen.
Schwarzenstein (3.368 m): Rund 5 Stunden ab Hütte,
anspruchsvolle Hochtour mit Gletscherausrüstung.
Westliche Floitenspitze (3.194 m): Ca. 3 Stunden,
lohnender Gipfel für erfahrene Bergwanderer.
Gigalitzturm (2.978 m): Südost-Kante, 7 Seillängen,
UIAA 4+/5- – eine der bekanntesten Kletterrouten der Region. Zustieg
über Weg Nr. 502 zur Lapenscharte, rund 1 Stunde ab Hütte.
Klettergarten direkt an der Hütte: 4 gesicherte Routen,
15 bis 35 m, für Kurse geeignet.
Berliner Höhenweg zur Berliner Hütte: Über die nördliche
Mörchnerscharte (2.872 m) via Schwarzensee, ca. 6 Stunden, anspruchsvoll.
Berliner Höhenweg zur Kasseler Hütte: Über die
Lapenscharte (2.701 m) via Löfflerkar, ca. 5 Stunden.
Grüne-Wand-Hütte im Stillupgrund: Übergang ins
Stilluptal, ca. 3 Stunden, weniger technisch anspruchsvoll.
Wer den Berliner Höhenweg als Mehrtagestour plant, findet in der
Übersicht aller Berghütten
im Zillertal alle Etappenhütten auf einen Blick.
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10 häufige Fragen zur Greizer Hütte
Wie komme ich zur Greizer Hütte?
Mit dem Auto nach Ginzling, von dort auf die
Tristenbachalm (Parkplatz). Ab dort zu Fuß in 2 bis 3 Stunden zur
Hütte. Direkt ab Ginzling rund 4 bis 4,5 Stunden. Schneller geht
es mit Taxi Olly bis zur Talstation der Materialseilbahn – spart
rund 2 Stunden. Mit Bus und Bahn: Zillertalbahn bis Mayrhofen,
Bus bis Ginzling, Wanderbus ins Floitental.
Wann ist die Greizer Hütte geöffnet?
Von Mitte Juni bis Anfang Oktober. Der Winterraum
ist außerhalb der Saison für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer
ganzjährig zugänglich.
Muss ich die Greizer Hütte im Voraus buchen?
Ja, unbedingt. Im Juli und August ist die Hütte
regelmäßig ausgebucht. Buchung über das Hüttentool des Alpenvereins,
Link auf greizerhuette.at. Wer ohne Reservierung kommt, riskiert
kein freies Bett zu finden.
Wie viele Schlafplätze hat die Greizer Hütte?
Rund 90 Schlafplätze: 34 Zimmerplätze und 48
Matratzenlagerplätze, davon 18 in der ruhigen Winterhütte.
Hüttenschlafsack ist Pflicht.
Gibt es auf der Greizer Hütte Duschen?
Nein – Waschräume mit Waschbecken sind vorhanden,
aber keine Dusche. Auch kein Warmwasser. Für Notfälle gibt es ein
Hüttentelefon, kein regulärer Handyempfang.
Ist die Greizer Hütte für Familien geeignet?
Ja – für Familien mit trittsicheren Kindern ab
ca. 10 Jahren. Der Klettergarten direkt an der Hütte hat 4 gesicherte
Routen. Ziegen, Haflinger und Hühner rund um die Hütte sorgen für
natürliches Kinderprogramm. Kleine Kinder wegen des abschüssigen
Geländes immer im Auge behalten.
Gibt es vegetarisches oder veganes Essen?
Ja – seit 2023 sind vegetarische und vegane
Gerichte fester Bestandteil der Speisekarte. Auch bei
Unverträglichkeiten und Allergien kann man bei der Buchung
Bescheid geben.
Welche Ausrüstung brauche ich für den Zustieg?
Gute Bergstiefel Kategorie B/C, Wanderstöcke für
den Abstieg, Hardshelljacke. Für Gipfeltouren wie den Großen Löffler
oder Schwarzenstein ist komplette Hochtourenausrüstung zwingend –
Steigeisen, Pickel, Gurt, Seil.
Kann ich auf der Greizer Hütte mit Hund übernachten?
Ja, nach Absprache. Hunde müssen ein eigenes
Zimmer belegen, das vollständig von der Hundegruppe genutzt wird.
Vorab per Mail an info@greizerhuette.at anfragen.
Was hat es mit dem Berliner Höhenweg und der Greizer Hütte auf sich?
Die Greizer Hütte ist wichtiger Etappenpunkt auf
dem Berliner Höhenweg. Von hier geht es über die nördliche
Mörchnerscharte zur Berliner Hütte (6 Std.) oder über die Lapenscharte
zur Kasseler Hütte (5 Std.) – zwei der anspruchsvollsten Etappen
des gesamten Weges.
Zuletzt geprüft & aktualisiert: Mai 2025
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