Berghütten im Zillertal

Furtschaglhaus im Zillertal

Furtschaglhaus: Schutzhütte im Schlegeisgrund auf 2.295 m

Der Nebel lag noch im Schlegeisgrund, als ich das erste Mal den
Serpentinenpfad hinauf zum Furtschaglhaus unter die
Füße nahm. Oben, auf 2.295 Metern, riss der Vorhang auf – und plötzlich
stand ich vor einer Kulisse, die ich so nicht erwartet hatte: Die Hütte
thront auf einer grasigen Hochterrasse, und direkt dahinter türmt sich
die Gletscherwelt des Großen Möselers auf. Kein Prospektfoto macht das
wirklich gerecht.

  • ✅ Hochtourengeher mit Ambitionen auf Großen Möseler oder Hochfeiler
  • ✅ Berliner-Höhenweg-Läufer – die Hütte ist fester Etappenpunkt
  • ✅ Familien mit älteren Kindern – Murmeltiere, Bäche, Gletscherrand erreichbar
  • ❌ Wer ohne Bargeld reist – Kartenzahlung wird nicht akzeptiert
  • ❌ Spontanbesucher in Juli/August – in der Hochsaison oft ausgebucht
  • ❌ Wer Handynetz oder WLAN braucht – gibt es hier oben nicht zuverlässig

📋 Furtschaglhaus – auf einen Blick

⛰️ Höhe: 2.295 m ü.d.M.
📍 Lage: Schlegeisgrund, Zillertaler Alpen
🏔️ Naturpark: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen
🏠 Eigentümer: DAV-Sektion Berlin
👤 Pächter: Daniel Weber (seit 2021)
📅 Saison: Mitte Juni – Ende September
🚡 Zustieg: ~2–2,5 Std. ab Schlegeisspeicher (510 Hm)
🛏️ Schlafplätze: 120 (56 Betten + 64 Matratzenlager)
💳 Zahlung: Nur Barzahlung

Geschichte am Alpenhauptkamm seit 1889

Alles beginnt 1885, als Berliner Alpinisten mit ihrem Bergführer Hans
Hörhager erstmals den Greiner von der Südseite bestiegen. Die
Furtschaglalpe war damals schon Ausgangspunkt für Bergtouren – eine
Schutzhütte fehlte noch. Die DAV-Sektion Berlin änderte
das: 1888 begannen die Bauarbeiten, 1889 öffnete das
Furtschaglhaus
zum ersten Mal. Im ersten vollen Betriebsjahr
zählte man 158 Besucher – zehn Jahre später waren es schon über 1.000.

Gleichzeitig mit dem Hüttenbau richtete die Sektion einen Verbindungsweg
von der bereits 10 Jahre älteren Berliner Hütte über das
Schönbichler Horn ein – die Keimzelle des heutigen
Berliner Höhenwegs. 1912 folgte eine erste große
Erweiterung, das äußere Erscheinungsbild blieb danach sieben Jahrzehnte
lang kaum verändert.

Aus der langen Reihe der Hüttenwirte ragt einer heraus:
Alfons Hörhager war dem Haus von
1901 bis 1956 treu – 55 Jahre in ein und derselben Hütte.
Von 1982 bis 1992 folgte eine fast zehnjährige
Generalsanierung. 2002 kam ein eigenes Wasserkraftwerk
dazu – seitdem produziert die Hütte ihren Strom selbst. Seit
2021 führt Daniel Weber die Hütte als Pächter.

Versorgung: Materialseilbahn statt Hubschrauber

Was auf deinen Teller kommt, landet zunächst auf einer
Materialseilbahn – die einzige Möglichkeit, die Hütte
auf 2.295 Metern effizient zu versorgen. Schweres Gepäck kannst du
gegen Entgelt hochtransportieren lassen. Für dich als Gast bedeutet
der logistische Aufwand trotzdem: frische Küche, reichhaltiges
Frühstück, gut geführte Gaststube.

Bargeld nicht vergessen – am Schlegeisspeicher gibt es keinen
Geldautomaten, und oben auf der Hütte wird ausschließlich bar bezahlt.
Wer das vergisst, steht nach dem Abendessen dumm da.

Küche: Herzhaft, regional, alpin

Nach 510 Höhenmetern Aufstieg oder einem langen Gipfeltag ist das
Richtige auf dem Tisch wichtig. Das Bergsteiger-Gröstl ist der Klassiker
nach langen Touren – deftig und sättigend. Dazu hausgemachte
Knödelvariationen, täglich wechselnd. Das Frühstücksbuffet ist für eine
Schutzhütte überraschend reichhaltig. Halbpension ist buchbar – ideal
für Mehrtagestourengeher am Berliner Höhenweg. Wenn abends der Holzofen
knackt und das Bier frisch gezapft ist, ist der Tag perfekt.

Die südseitig gelegene Sonnenterrasse mit Blick auf
Hochfeiler (3.510 m) und Großen Möseler (3.480 m) ist tagsüber der
Treffpunkt – nur Barzahlung, Karte wird nicht akzeptiert.

Übernachten: 120 Plätze unterm Gletscherblick

120 Schlafplätze insgesamt: 56 Betten und
64 Matratzenlagerplätze. Dusche und Warmwasser sind
vorhanden, ein großer Trockenraum für nasse Ausrüstung auch. Ein eigener
Hüttenschlafsack ist Pflicht.

Außerhalb der Sommersaison steht ein Winterraum mit 5 Betten
offen – mit Tisch, Ofen und Brennholz. In der Hauptsaison Juli und August
ist Reservierung dringend empfohlen: Das Haus liegt am
Berliner Höhenweg und ist fester Stützpunkt vieler Mehrtagestourengeher.

DAV-Mitglieder zahlen deutlich weniger als Nicht-Mitglieder. Aktuelle
Preise und Buchung findest du direkt im Kontaktblock unten.

Anreise und Zustieg

Von Mayrhofen fährst du über die mautpflichtige
Schlegeisstraße
zum Schlegeisspeicher (1.785 m)
Parkplatz am Zamsgatterl, Maut ca. 13 € (Stand 2024). Die Straße ist
einspurig und wird im Halbstundentakt befahren. Anreise über die
A12 Inntalautobahn, Ausfahrt Wiesing/Zillertal, dann
auf der B169 nach Mayrhofen.

Ohne Auto: Zillertalbahn bis Mayrhofen, dann
Buslinie 4102 über Ginzling zum Schlegeisspeicher –
von Anfang Juni bis Anfang Oktober in Betrieb.

Ab Zamsgatterl gehst du zunächst auf der westlichen Uferstraße des
Stausees entlang – fast eben, das türkisblaue Wasser immer im Blick.
Am Talschluss zweigt der Pfad nach links ab und zieht sich in gut
angelegten Serpentinen den Steilhang hinauf. Nach rund
2 bis 2,5 Stunden und 510 Höhenmetern erreichst du
die Hütte.

Die Schlegeisstraße wird im Halbstundentakt befahren – das steht
in jedem Prospekt, wird aber trotzdem gerne ignoriert. Wer zur falschen
Zeit losfährt, wartet. Früh starten, dann hat man die Straße fast für
sich und am Parkplatz noch einen Platz.

Touren ab der Hütte

Das Furtschaglhaus ist Basislager für einige der
anspruchsvollsten Touren in den Zillertaler Alpen – von leichten
Familienzielen bis zur ernsthaften Hochtour.

Großer Möseler (3.480 m): Der Klassiker. Tour über das
Furtschaglkees, volle Gletscherausrüstung (Gurt, Seil, Steigeisen,
Pickel) zwingend. Gehzeit ab Hütte rund 4 Stunden. Der Gipfelblick
reicht bis in die Dolomiten.

Schönbichler Horn (3.134 m): Markierter, teilweise
drahtseilversicherter Steig, Gehzeit ca. 2,5 Stunden. Gleichzeitig
Übergang zur Berliner Hütte – einer der besten Fotospots der
Zillertaler Runde.

Furtschaglspitze (3.190 m): Ca. 3,5 Stunden ab Hütte
(UIAA II). Nur mit Steinmännern markiert, nichts für Ungeübte – aber
lohnend für alle mit Erfahrung im Fels.

Hochfeiler (3.510 m): Hochtour durch die Nordwand,
6 bis 10 Stunden, UIAA III. Alpinistisches Spitzengelände, nur für sehr
Erfahrene mit kompletter Ausrüstung.

Berliner Höhenweg – Etappe zur Berliner Hütte:
Über das Schönbichler Horn, einer der schönsten Übergänge von Hütte
zu Hütte in den Zillertaler Alpen – Gehzeit ca. 6 Stunden.

Familien: Der Weg zum Gletscherrand des Furtschaglkees
(ca. 1,5 Std.) ist auch für ältere Kinder machbar. Rund ums Haus gibt
es Klettermöglichkeiten am Fels, Bäche zum Spielen – und mit etwas
Glück Murmeltiere aus nächster Nähe.

Wer den Berliner Höhenweg als Mehrtagestour plant, findet in der
Übersicht aller Berghütten im Zillertal
alle Etappenhütten auf einen Blick.

Kontakt & Anfahrt
AdresseDornauberg 123, A-6295 Ginzling, Tirol
Telefon+43 6818 4218751
Mobil+49 171 7179908
GeöffnetMitte Juni – Ende September (Winterraum ganzjährig)
ZahlungNur Barzahlung

An den Betreiber

Dieser Beitrag ist kostenlos – deshalb ohne Bilder, und die Kontaktdaten verschwinden nach kurzer Zeit.
Hier erfahren Sie, wie der Beitrag aussehen könnte und was er Ihnen bringt …


Zur Verifizierung →

10 häufige Fragen zum Furtschaglhaus

Wie komme ich am besten zum Furtschaglhaus?

Mit dem Auto bis zum Parkplatz Zamsgatterl am
Schlegeisspeicher (1.785 m), Maut ca. 13 €. Von dort zu Fuß in
2 bis 2,5 Stunden auf gut markiertem Weg (510 Höhenmeter). Mit
Bus und Bahn: Zillertalbahn bis Mayrhofen, dann Buslinie 4102
zum Schlegeisspeicher (Juni bis Oktober).

Wann ist das Furtschaglhaus geöffnet?

In der Regel von Mitte Juni bis Ende September.
Außerhalb der Saison ist ein Winterraum mit 5 Betten ganzjährig
offen. Aktuelle Öffnungszeiten auf furtschaglhaus.com prüfen.

Muss ich das Furtschaglhaus im Voraus buchen?

In der Hauptsaison Juli/August ist eine Reservierung
dringend empfohlen – die Hütte liegt am Berliner Höhenweg und ist
oft ausgebucht. Buchung direkt über die DAV-Sektion Berlin oder
per Mail an die Hütte.

Wie viele Schlafplätze hat das Furtschaglhaus?

Insgesamt 120 Schlafplätze: 56 Betten und 64
Matratzenlagerplätze. Dusche und Warmwasser vorhanden. Außerhalb
der Saison: Winterraum mit 5 Betten.

Brauche ich einen Hüttenschlafsack?

Ja, ein eigener Hüttenschlafsack ist Pflicht.
Decken sind vorhanden, ersetzen aber kein vollständiges Bettzeug.

Kann ich auf dem Furtschaglhaus mit Karte zahlen?

Nein – nur Barzahlung. Am Schlegeisspeicher gibt
es keinen Geldautomaten, also ausreichend Bargeld von Mayrhofen
mitnehmen.

Ist das Furtschaglhaus auch für Familien geeignet?

Ja, für Familien mit älteren Kindern. Rund um
die Hütte gibt es Klettermöglichkeiten, Bäche und Murmeltiere.
Der Weg zum Gletscherrand des Furtschaglkees (ca. 1,5 Std.) ist
auch für ältere Kinder machbar.

Welche Ausrüstung brauche ich für den Zustieg?

Für den Zustieg vom Schlegeisspeicher reichen
gute Wanderschuhe (Kategorie B). Für Gipfeltouren wie den Großen
Möseler ist komplette Hochtourenausrüstung (Gurt, Seil, Steigeisen,
Pickel) zwingend. Hardshelljacke und Sonnenschutz immer einpacken.

Hat das Furtschaglhaus Handyempfang oder WLAN?

Mobilfunk ist grundsätzlich vorhanden, aber nicht
immer zuverlässig. WLAN gibt es nicht. Notfallkontakte vorher
informieren.

Kann ich mein Gepäck hochtransportieren lassen?

Ja – die Hütte verfügt über eine Materialseilbahn.
Gepäcktransport ist gegen Entgelt möglich, vorab beim Hüttenpächter
nachfragen.

Bergreliefzillertalzillertaleralpen

Zuletzt geprüft & aktualisiert: Mai 2025

🏔️ Weitere Berghütten im Zillertal entdecken:
→ Alle Berghütten im Zillertal auf einen Blick

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.