Richterhütte im Zillertal
Richterhütte: Schutzhütte in der Reichenspitzgruppe auf 2.374 m
630 Höhenmeter, kein Handynetz, kein Trubel – und eine der einsamsten
Schutzhütten der Zillertaler Alpen wartet auf dich am Ende des Rainbachtals.
Wer die Richterhütte auf 2.374 Metern erreicht, hat das
Gefühl, die Berge ganz für sich allein zu haben. Das Rainbachkees hängt
über dir, die Reichenspitze thront im Süden, und unten ist Österreich.
- ✅ Erfahrene Wanderer, die echte Einsamkeit suchen
- ✅ Alpinisten mit Hochtourambitionen auf die Reichenspitze (3.303 m)
- ✅ Mehrtagestouristen, die den Übergang nach Salzburg oder Südtirol planen
- ❌ Familien mit kleinen Kindern – der Aufstieg ist lang und anspruchsvoll
- ❌ Wer Komfort erwartet: 51 Schlafplätze, Kaltwasser, Matratzenlager
- ❌ Spontan-Besucher ohne Übernachtungsreservierung in der Hochsaison
Zustieg: Nicht vom Zillertal, sondern von Krimml
Hier steckt der häufigste Irrtum: Die Richterhütte liegt zwar in den
Zillertaler Alpen, der klassische Zustieg führt aber von Krimml
im Salzburger Pinzgau aus. Mit dem eigenen Auto fährst du bis
ins Ortszentrum Krimml – dort gibt es einen kostenlosen Tagesparkplatz.
Das Krimmler Achental ist für private PKW gesperrt, also geht es zu Fuß
oder per Taxi weiter bis zum Krimmler Tauernhaus. Vom Tauernhaus zweigst
du ins Rainbachtal ab (nach der Brücke links über die Wiese, Richtung
Wasserfall) und folgst dem Weg bis zum Talschluss. Gehzeit ab Krimml:
etwa 5,5 Stunden. Wer den Zustieg über den Speicher Zillergründl wählt,
plant ab dem See rund 3 bis 4 Stunden ein – schöner, aber weniger bekannt.
Das Krimmler Achental ist für private PKW gesperrt – das wissen
viele nicht und stehen dann dumm da. Plant entweder Taxi ab Krimml
ein oder rechnet die Gehzeit bis zum Tauernhaus mit rund 1,5 Stunden
extra. Frühzeitig starten lohnt sich, Mittag solltet ihr spätestens
an der Hütte sein.
Gipfelziele ab der Hütte
Das Basislager für die Reichenspitze (3.303 m) – das ist
die Richterhütte in erster Linie. Die Hochtour über das Rainbachkees
verlangt Gletscherausrüstung: Steigeisen, Pickel, Gurt, Seil. Ohne
Erfahrung im kombinierten Gelände nichts für dich. Leichter erreichbar
ist die Richterspitze (3.052 m) über die Windbachscharte.
Wer keinen Gletscher will, nimmt den Übergang zur Zittauer Hütte über
die Rosskarscharte (2.689 m) – mittelschwerer Bergpfad, grandioser
Ausblick. Weiter nach Salzburg führt der Weg über die Windbachscharte
zur Neugersdorfer Hütte; von dort sind auch die Krimmler Wasserfälle
in der Ferne sichtbar.
Unterkunft und Verpflegung
51 Schlafplätze verteilt auf zwei Stockwerke: 12 in Zweibettzimmern,
4 in einem Mehrbettzimmer, 35 in Matratzenlagern. Auf jeder Etage
fließt Kaltwasser, WCs sind im Erd- und Obergeschoss. Zwei Gaststuben,
ein beheizter Trockenraum – mehr braucht es nicht. Telefon und Internet
laufen über eine Satellitenanlage, also kein Handynetz.
Auf der Karte stehen Gulasch mit Polenta – das Fleisch kommt von einem
Krimmler Fleischhauer, die Kräuter wachsen direkt neben der Hütte.
Das selbstgebackene Brot und der Bergkäse sind das, was sich Stammgäste
merken. Wer nach einer langen Tour Kaspressknödel oder Schweinsbraten
will, liegt hier richtig.
Die Hütte ist von Mitte Juni bis Mitte September
bewirtschaftet – wetterabhängig. Außerhalb dieser Zeit steht ein
Winterraum mit Kochgelegenheit offen. Übernachtung immer vorher
anfragen, die Hütte ist klein und in der Hochsaison schnell voll.
Geschichte: Dritter Bau, erste Wahl
Gegründet wurde die Hütte 1897, benannt nach dem Geographen Eduard Richter.
Der heutige Bau ist der dritte und wurde 1928 von Richard Richter eröffnet.
Betreiber ist die DAV-Sektion Bergfreunde Rheydt, Pächterfamilie ist
Martin Falkner & Julia Stauder. Wer hier übernachtet, schläft in
einem Haus mit über 120 Jahren Berggeschichte.
Ausrüstung: Was du wirklich brauchst
Für den Zustieg und Wandertouren: feste Bergstiefel Kategorie B/C,
Wanderstöcke, Hardshelljacke, warme Wechselwäsche. Im Hochsommer
mit Altschneefeldern rechnen, Gamaschen sinnvoll. Für die Reichenspitze
gilt: Steigeisen, Pickel, Gurt, Seil – kein Kompromiss. Das Gelände
ist hochalpin, das Wetter am Hauptkamm schlägt schnell um.
Wer noch andere Zillertaler Berghütten für seine Tour einplanen will,
findet in der
Übersicht aller Berghütten im Zillertal
eine gute Orientierung für die Routenplanung.
An den Betreiber
Dieser Beitrag ist kostenlos – deshalb ohne Bilder, und die Kontaktdaten verschwinden nach kurzer Zeit.
Hier erfahren Sie, wie der Beitrag aussehen könnte und was er Ihnen bringt …
FAQ zur Richterhütte
Wie lange dauert der Aufstieg zur Richterhütte?
Ab Krimml über das Rainbachtal rund 5,5 Stunden. Wer
den Zustieg über den Speicher Zillergründl wählt, plant ab dem See
etwa 3 bis 4 Stunden ein.
Wann ist die Richterhütte geöffnet?
Die Hütte ist von Mitte Juni bis Mitte September
bewirtschaftet – wetterabhängig. Außerhalb dieser Zeit steht ein
Winterraum offen.
Wie viele Schlafplätze gibt es auf der Richterhütte?
51 Schlafplätze: 12 in Zweibettzimmern, 4 in einem
Mehrbettzimmer, 35 in Matratzenlagern. Reservierung in der Hochsaison
unbedingt empfehlenswert.
Brauche ich für die Reichenspitze Gletscherausrüstung?
Ja, zwingend. Steigeisen, Pickel, Gurt und Seil
sind Pflicht. Die Hochtour über das Rainbachkees verlangt Erfahrung
im kombinierten Gelände.
Kann ich mit dem Auto bis zur Hütte fahren?
Nein. Das Krimmler Achental ist für private PKW
gesperrt. Du parkst kostenlos in Krimml und nimmst ein Taxi oder
gehst zu Fuß zum Krimmler Tauernhaus.
Gibt es auf der Richterhütte Handyempfang?
Nein. Telefon und Internet laufen über eine
Satellitenanlage. Handynetz gibt es auf dieser Höhe im Rainbachtal
nicht.
Welche anderen Hütten sind von der Richterhütte erreichbar?
Über die Rosskarscharte (2.689 m) erreichst du die
Zittauer Hütte, über die Windbachscharte die Neugersdorfer Hütte.
Vom Zillertal aus ist auch die Plauener Hütte über die Gamsscharte
erreichbar.
Zuletzt geprüft & aktualisiert: Mai 2025
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